Speichermasse als bauphysikalisches Potenzial

Historische Bauwerke zeichnen sich häufig durch massive Bauteile aus. Neben der stoffspezifischen Wärmespeicherfähigkeit ist die Masse eines Bauteils für dessen Wärme- bzw. Kältespeicherungsvermögen maßgeblich.

 

Im rezenten bauphysikalischen Diskurs ist zur Zeit ein Paradigmenwechsel von leichten, in erster Linie wärmedämmenden Baukonstruktionen zu schweren Konstruktionen mit großer Speichermasse zu beobachten. Neben neuen, verbesserten Rechenmodellen ist dieser veränderte Ansatz den sich veränderten klimatischen Bedingungen geschuldet: die Gebäudekühlung gewinnt gegenüber der Gebäudeheizung immer mehr an Bedeutung. Heizperioden umfassen Monate während Kühlphasen oft nur im Stundenbereich liegen. Und so gelingt mit einer hinreichen großen Speichermasse eine Amplitudenverschiebung der heißen Tagesspitzen in die kühlen Nachtstunden. Dabei ist kein technisch bedingter Energieaufwand erforderlich, da eine entsprechend massive Wand sich im Idealfall erst nach mehreren Stunden durchgängig erwärmt hat. Zu diesem Zeitpunkt hat aber im Außenraum bereits die natürliche Nachtkühlung eingesetzt. Diese Zusammenhänge waren bereits in der Antike bekannt und wurden bis ins späte 19. Jahrhundert baulich umgesetzt. Auch massive Betonbauten besitzen dieses Potenzial das es zu nutzen gilt. Einfache, klug konzipierte Beschattungssysteme unterstützen die Kühlwirkung massiver Betonbauten. Dabei spiele auch Pflanzen, die im Winter das Laub verlieren, eine wichtige Rolle.

 

Baustoffe mit guter Speichermasse

Zu den Baustoffen mit guter Speichermasse zählen unter anderem Vollziegel, Naturstein, Stampfbeton und Vollholz.